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02-02-10 14:23

Stiftung Liebenau, T-Systems und „scemtec automation“ starten Pilotprojekt „Sicherheit im Zuhause und unterwegs“

Sicher und selbstbestimmt im Alter oder trotz Handicap leben: Dies sind die Ziele eines Pilotprojekts, das die Stiftung Liebenau, T-Systems und „scemtec automation“ am 22. Januar 2010 in Meckenbeuren-Liebenau gestartet haben. Gemeinsam mit der Medizininformatik der Universitätsmedizin Göttingen erproben und entwickeln die Partner Technologien, die Menschen mit alters- oder behinderungsbedingten Einschränkungen mehr Sicherheit in ihrer eigenen Wohnung und im näheren Umfeld bieten.

Die Projektdauer ist zunächst auf neun Monate festgelegt. In dieser Zeit werden mehrere Testwohnungen mit „Ambient-Assisted-Living-Lösungen“ ausgestattet. Die Stiftung Liebenau in Meckenbeuren sorgt für die Integration der Technik in ihre verschiedenen Quartierskonzepte in Ravensburg, in denen älteren Menschen und Menschen mit Behinderung ein möglichst langes Leben in ihren eigenen Wohnungen ermöglicht wird.

„Seit mehr als zehn Jahren entwickeln wir zum Beispiel in unseren Lebensräumen für Jung und Alt sozialraumorientierte Konzepte mit lokalen Versorgungsangeboten und generationenübergreifenden kleinräumigen Strukturen“, erläutert Dr. Wolfgang Wasel, Generalbevollmächtigter der Stiftung Liebenau. Langfristig werde es aber auch notwendig sein, soziale Netzwerke durch technologische Hilfen zu ergänzen. „An der Entwicklung solcher zukunftsweisenden Lösungen will sich die Stiftung Liebenau aktiv beteiligen.“ So werde man insbesondere darauf achten, dass die Projekte am Bedarf späterer Interessenten orientiert seien, und dabei auch Fragen der Ethik und des Datenschutzes in den Blick nehmen.

Die Testwohnungen werden mit Sensoren ausgestattet, mit denen sich gefährliche Situationen rasch erkennen lassen. Diese intelligenten Servicesysteme sollen einerseits Situationen der Hilflosigkeit erkennen, dürfen andererseits jedoch nicht in die Privatsphäre der hilfsbedürftigen Menschen eindringen. Vielmehr versuchen die Projektpartner durch intelligente, computerverknüpfte Logiken Gefahrensituationen zu erkennen, die bei Bedarf Alarm auslösen.

Ein Beispiel: Steht ein Bewohner nachts auf, um ins Bad zu gehen, erfasst die Sensorik den Verlauf der Bewegung. Kehrt dieser Bewohner aber nach einer vordefinierten Zeit nicht mehr in das Schlafzimmer zurück, löst das System erst eine Warnung und später einen Alarm aus. In der ersten Stufe richtet sich die Warnung an die betroffene Person selbst. In weiteren Instanzen können ein Nachbar, ein Angehöriger oder eine Pflegeeinrichtung gerufen werden. Solche intelligenten Verknüpfungen lassen sich ganz auf die individuellen Gewohnheiten der Menschen einstellen. „Diese passive Technologie bietet den alleinlebenden Menschen ein sichereres Gefühl und wahrt gleichzeitig ihre Privatsphäre“, erläutert Martin Reich, Geschäftsführer der Firma „scemtec automation“, die das Sensornetzwerk entwickelt hat.

„Informations- und Kommunikationstechnologien können weder ambulante Pflege noch medizinische Betreuung ersetzen aber ein Stück weit helfen, die Menschen im Alter zuhause zu unterstützen“, sagte Holger Hille, Leiter Healthcare bei T-Systems. „Heute werden mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen von Angehörigen oder Pflegediensten zuhause versorgt. Was für beeinträchtigte Menschen ein Stück Würde bedeutet, ist für die Angehörigen häufig mit Angst verbunden. Aus Sorge vor unkontrollierbaren Gefahren entscheiden sich Angehörige insbesondere bei allein Lebenden für eine Unterbringung in eine stationäre Einrichtung.“ Als Infrastrukturanbieter für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) will T-Systems mit dem Pilotprojekt einen Beitrag zur Lösung dieser Probleme leisten und wird für die Bereitstellung funktionierender IKT- Netze und IKT-Schnittstellen sorgen.

Das Pilotprojekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Luft- und Raumfahrt im Rahmen des Forschungsprojekts „E-Health@Home“. Beteiligte Partner aus E-Health@Home sind das Institut für Sicherheit im E-Business der Ruhr-Universität Bochum, die Hochschule Niederrhein, das Competence Center für E-Commerce der Freien Universität Berlin und T-Systems. Erste Projektergebnisse sollen im Rahmen eines Fachtages am 24. März in Liebenau vorgestellt und diskutiert werden.

 

Über die Stiftung Liebenau

Die Stiftung Liebenau steht seit fast 140 Jahren für Professionalität und Christlichkeit im Umgang mit alten, kranken und behinderten Menschen. Das Sozial-, Gesundheits- und Bildungsunternehmen beschäftigt heute rund 5 500 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die an rund 90 Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Bulgarien mehr als 15 000 Menschen unterstützen. Zu den satzungsmäßigen Aufgaben gehören zum Beispiel die Erziehung, Beschäftigung und Pflege von behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie von alten und kranken Menschen. Darüber hinaus engagiert sich die Stiftung für die Prävention sozialer Notlagen und die Entwicklung neuer, innovativer Hilfemodelle.

 

Über die Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom ist mit mehr als 150 Millionen Mobilfunkkunden sowie rund 39 Millionen Festnetz- und rund 17 Millionen Breitbandanschlüssen (Stand 30. September 2009) eines der führenden integrierten Telekommunikationsunternehmen weltweit. Ihre Produktmarken heißen T-Home (Festnetz-Telefonie, Breitband-Internet), T-Mobile (Mobilfunk) und T-Systems (ICT-Lösungen). Als internationaler Konzern in rund 50 Ländern und rund 260.000 Mitarbeitern weltweit (Stand 30. September 2009) hat die Deutsche Telekom 2008 mehr als die Hälfte ihres Umsatzes in Höhe von 61,6 Milliarden Euro außerhalb Deutschlands erwirtschaftet.Weitere Informationen im Internet unter: www.telekom.com

 

Über T-Systems

Mit einer weltumspannenden Infrastruktur aus Rechenzentren und Netzen betreibt T-Systems die Informations- und Kommunikationstechnik (engl. kurz ICT) für multinationale Konzerne und öffentliche Institutionen. Auf dieser Basis bietet die Großkundensparte der Deutschen Telekom integrierte Lösungen für die vernetzte Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft. Rund 46.000 Mitarbeiter verknüpfen bei T Systems Branchenkompetenz mit ICT-Innovationen, um Kunden in aller Welt spürbaren Mehrwert für ihr Kerngeschäft zu schaffen. Im Geschäftsjahr 2008 erzielte die Großkundensparte einen Umsatz von rund 9,3 Milliarden Euro.

 

Über „scemtec automation“

Die Firma scemtec automation GmbH wurde 1996 in Velbert gegründet und positionierte sich schnell als innovatives Unternehmen der Elektronikentwicklung und im Software Development. Das kreative Team um den Geschäftsführer und -gründer Martin Reich realisiert mit der Produktlinie LOC Locate Solution individuelle Lösungen zum Gebäudemanagement und zur Sicherheit von Personen und Objekten. Seit 2000 steht der Health-und-Care-Markt im Focus der LOC-Entwickler. Es entstehen dort intelligente Raum-, Sensor- und Gebäudesysteme für innovative ambulante und stationäre Pflegeprozesse. Zentraler Ausgangspunkt ist die Unterstützung der Benutzer und Bewohner durch neueste technische Lösungen. Hieraus ergibt sich auch der Ansatz, Sicherheit vermittelnde Technologien für Senioren und Menschen mit Handikap zu erproben und weiter zu entwickeln. Zurzeit entwickeln und produzieren 14 Mitarbeiter am Standort Velbert sowie zahlreiche deutsche und europäische Forschungs- und Entwicklungspartnerfirmen an den neuartigen AAL-Systemlösungen.


BUZ (Fotos Felix Kästle): Vertragsunterzeichnung für das Pilotprojekt „Sicherheit im Zuhause und unterwegs“: (v.l.n.r.) Martin Reich (scemtec automation), Dr. Wolfgang Wasel (Stiftung Liebenau), Holger Hille (T-Systems).

Sensoren für mehr Sicherheit in den Händen von (v.l.n.r.) Holger Hille, Dr. Wolfgang Wasel und Martin Reich.


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